Am 15 September 2015 jährt sich der Todestag Heinrich Brunes (jun.) zum fünfzigsten Male. Dieses hat der Förderverein Dorfgemeinschaft Ahle ev. zum Anlass genommen, um an die beiden für Ahle bedeutenden Pädagogen Heinrich Brune (sen.) und Heinrich Brune (jun.) zu erinnern. Am ehemaligen Vereinshaus des Jünglingsvereines an der Brunestraße wurden vom Förderverein Dorfgemeinschaft Ahle ev. zwei Erinnerungssteine mit biografischen Daten der beiden Lehrer aufgestellt und durch das Hinzufügen des Grabsteines der Familie Brune zu einer Einheit abgerundet. Das Jugendheim, das Brune (jun.), wie er später einmal schrieb „neben meiner Berufsarbeit als mein Lebenswerk“ ansah, ist so ein idealer Standort für die Erinnerungssteine. Gerade die negativen Meldungen der letzten Zeit haben den Schulstandort Ahle wieder in die öffentliche Diskussion gebracht. Es ist für die Menschen in Ahle schon höchst traurig, dass ihre Schule nach 291 Jahren unter nicht ganz nachvollziehbaren Gründen geschlossen wurde. Den Schülern unter schwierigsten Bedingungen eine gute Bildung zu vermitteln, sahen die beiden Ahler Pädagogen als ihre Hauptaufgabe an. Bei seinem Dienstantritt im Jahre 1891 unterrichte Brune (sen.) alleine 114 Schüler. Die beiden Brunes nur als Lehrer anzusehen, würde ihrem Wirken aber nicht gerecht werden. So war es ihnen wichtig, sich neben ihren schulischen Verpflichtungen auch für soziale und kirchliche Aufgaben zu engagieren. So gründete Heinrich Brune (sen.) im Jahre 1895 den Ahler Jünglingsverein mit dem Ziel die Jugend an die Kirche zu binden. Im Jahre 1896 kam ein Posaunenchor hinzu.

 

Viele jugendliche Mitglieder des allumfassenden Vereines, mit seinen vielfältigen Abteilungen, entwickelten sich gestärkt durch den unerschütterlichen Glauben, den ihnen Brune vermittelte, zu tragenden Säulen der Kirchengemeinde Holsen-Ahle. Was Brune 1895 begann, besteht auch heute, nach 120 Jahren, noch unter dem Namen CVJM weiter fort. Außerdem war Brune (sen.) in vielfältiger Weise in der Gemeinde tätig. Groß war sein medizinisches Wissen, das er sich angeeignet hatte, um Kranke zu versorgen. Viele Stunden saß er an Krankenbetten, um Erkrankten Trost zu spenden, immer nach seinem Wahlspruch „Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden“. Brunes im Jahre 1892 in Ahle geborener Sohn Heinrich wurde ebenfalls Lehrer und kam 1920 an die Ahler Schule. Auch er widmete sich neben seiner Tätigkeit als Lehrer mit großer Hingabe gemeinnützigen Aufgaben und wurde so eine große Stütze seines Vaters im Jünglingsverein. Um die Wohnungsnot zu lindern, erbaute man 1921 unter der Leitung Heinrich Brunes (jun.) die ersten Siedlungshäuser in der Gemeinde. Seine große Leidenschaft war aber das Theater. Insbesondere der Erhalt der niederdeutschen Sprache war ihm eine Herzenssache. Er inszenierte viele Aufführungen der weit über Ahle hinaus bekannten Laienspielschar des Jünglingsvereins. Von den Einnahmen wurde ein stattliches Vereinsheim erbaut. Auch als Autor trat Brune (jun.) in Erscheinung. Sein bekanntestes Stück war „Dwasdriewer Heinrich Küngelkamp.“ Nachdem er von seinem Vater den Vorsitz des Jünglingsvereines übernommen hatte, wurde er später von den Nationalsozialisten unter fadenscheinigen Anschuldigungen aus dem Amt gedrängt.

Das vereinseigene Gebäude ging verloren. Die Feier zur Einweihung der Erinnerungssteine fand nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzeden Ullrich Taubert unter Mitwirkung von Pfarrer Joachim Boecker und des Posaunenchores am Dienstag, den 15 September 2015, um 18.00 Uhr an der Trauerhalle Ahle, Brunestraße statt. Auch eine kleine Ausstellung wurde geboten. Anschließend erfolgte ein Vortrag von Harald Darnauer zum Leben und Wirken der beiden Ahler Pädagogen.

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